VFR-Charts im Cockpit nutzen

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    • VFR-Charts im Cockpit nutzen

      Hallo zusammen,
      immer wieder gerne fliege ich auch VFR durch die Lande. Dabei ist immer auch die passende ICAO-Karte. Nun ist am PC immer noch Platz, um die Karte in geeigneter Weise auszulegen, ohne viel Blättern zu müssen (und damit die schöne alte Karte zu beschädigen).

      In einem engen Cockpit (z.B. bei den Segelfliegern oder in einem engen UL) kann ich mir allerdings vorstellen, dass das Format das ICAO-Karten doch recht unpraktisch ist - ich kann mir vorstellen das man mit einer Hand am Knüppel in der Enge des Raum nicht noch großartig mit großformatigen Karten hantieren möchte. Daher stelle ich mir die Frage:
      Faltet man die Karten vor einer Nutzung im Flieger irgendwie praktischer? Zerschneidet man sie in praktische Einzelteile? Oder klebt man die Teile in einer neuen Form zusammen?

      Ich weiß, für uns Sesselpiloten stellt sich das "Problem" nicht so sehr.

      Bodo
      Bodo

      unterwegs mit FS2004 @ Win XP Pro | Intel Core 2 Duo E8400 2x3GHz | Intel DP35DP | 2x Western Digital WD1500ADFD Raptoren im Raid-0-Verbund | EVGA Geforce 8800GTS, 640MB| 4GB Kingston DDR2 800MHz
    • Naja, du willst die Sectional auf dem Oberschenkel haben, dazu muss sie schon halbwegs sinnvoll gefaltet sein. Wie du die faltest ist ja erstmal dir ueberlassen. Wenn du halt von West nach Ost fliegst, macht's halt zum Beispiel Sinn sie in verschiedene Spalten zu falten und dann halt immer die entsprechende Spalte zu nutzen in der du dich gerade befindest. Federal Regulations fordern eine komplette Sectional (oder mehrere, wenn eine fuer den Flug oder die Mission nicht ausreicht), du kannst die also leider nicht einfach zuschneiden. Was du machen kannst, ist eine mitfuehren und dann vielleicht eine Kopie davon entsprechend zuschneiden, du willst ja im Normalfall auch was drauf einzeichnen (vor dem Flug schon). Man muss halt lernen, die Sectional vor dem Flug und inflight sinnvoll zu falten usw. Vor dem Flug plottest du sowieso alles auf die ganzen Karten (Sectional, TAC, IFR plates, etc.), dann kannst du sie auch gleich sinnvoll falten.
    • Ich mache das in der Regel so, dass ich mir die Strecke in die Karte einzeichne und die Karte so falte, dass ich entweder die gesamte Strecke im Blick habe oder möglichst wenig Blättern muss. Nervig ist es immer wenn man auch noch die Karte wechseln muss zwischendurch.

      Aber insgesamt ist das nicht so kompliziert, man gleicht die Position mit der Karte ab und wenn nicht gerade besondere Lufträume vor einem liegen, dann kann die Karte auch ruhig mal für ein paar Minuten weggelegt werden. Und wenn man zu zweit im Flugzeug sitzt kann der Co auch immer mal fliegen oder falten.
      Gruß
      Thies

    • Das mit dem Karten wechseln habe ich auch schon erlebt - ist schon lästig.
      Ich habe nochmal nachgeschaut - die ICAOs von Deutschland gehen ja noch. Dann habe ich aber noch andere Karten, die sich VISUAL 500 nennen. Da gibt es z.B. eine für die Schweiz, die ist auf dem Schreibtisch noch gerade zu handeln, die Tschecheslowakei-Karte ist aber dann aber selbst für den Gebrauch am heimischen Pilotensessel schon zu groß.

      Woran ich mich erinnere ist ein alter Stadtplan, den ich mir mal gekauft hatte (ist aber schon viele Jahre her und verschütt' gegangen.
      Bei dieser Karte wurde eine Falttechnik in Kombination mit Einschnitten in der Karte verwendet, die es erlaubte, die Karte (etwa 1m x 1m groß) sehr handlich klein zu halten (etwa 20cm x 20cm), in der Karte aber horizonal UND vertikal zu blättern. Ich weiss nur nicht mehr, wie die das gemacht haben.
    • Toll, genau an sowas habe ich gedacht.
      Vielen Dank!

      Also war der Gedanke, dass die praktische Benutzung von Karten in der realen Welt von echten Piloten ebenfalls als Verbesserungswürdig betrachtet wird, gar nicht so ganz abwegig...

      Ich probiere das mal aus...
    • Mein Kumpel nutzt mittlerweile ein Ipad damit er die Karten hin und herschieben kann bzw andere schnell aufwerfen. BAckupkarten bereitet er natürlich auch vor.
      Also um das gefalte kommt man nicht herum.

      Was mir beim letzten mal aber aufgefallen ist das er sich die Strecke sowie örtliche merkmale aufgeschrieben und aufgezeichnet hat. Sowie sogenannte Auffangpunkte. Ich glaube so nennt sich das....quasie als letzte Merklinie falls er sich verfranzt hat.
      "Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen." - Douglas Adams
    • Für mich als nur-Simmer und Kartenliebhaber ist das verwenden elektronischer Karten erst mal Tabu. Ich stehe auf das gute alte Papier. Ist ja auch eine Preisfrage.

      Für die reale Fliegerei kann ich mich schon vorstellen, dass der Einsatz von mobiler elektronischen Geräten ein segen sein kann, wenn denn die Software entsprechend gut ist - aber nur wenn es sich um dedizierte Geräte handelt. (wenn cih mir vorstelle, dass das im Flug so liefe, wie mit meinem ersten und letzten Mobiltelefonversuch, bei dem alle zehn Minuten die nicht entfernbare Frage "Wollen Sie jetzt updaten oder in 10 Minuten?" kam).

      Jeder sollte in der Lage sein, bei Ausfall eines Instruments/Wegzeugs noch irgendwie parat zu kommen. Ob das nun der Ausfall eines Höhenmesssers ist oder der Ausfall eines Ipad-Kartenprogramms. Ipad-Karten haben sicher vorteile - z.B. aufgrund Zoom-Möglichkeiten (auf den ICAOs kann man wenns mal wakelig wird oder es Vibrationen gibt Details sicher nicht mehr so gut erkennen. Dafür sind digitale Karten mit einer sehr großen Anzahl möglichder Fehlerquellen behaftet (das geht von den vielen beteiligten elektronischen Komponenten, über die vielen Betriebssystembestandteile und Einstellungen bis zu einer Reihe möglicher Probleme bei der Anwendungssoftware. Ich würde mich aufgrund dessen nicht allein auf ein iPad verlassen müssen, sondern hätte Karten aus Papier dabei und würde Üben, damit umzugehen. Und eine Karte, die man - zumindest grob - im Kopf hat - ist als finales Backup auch nicht zu unterschätzen (Thema Auffanglinien).

      Bodo
    • Passt nur bedingt zum Thema. Der Bekannte hat seine Mutter eingeladen mal mitzufliegen. Während des Fluges gabs einen Ausfall der GPS Navigationsgeräts auf dem er den Kurs geplottet hatte. Inwiefern er Karten oder Backups vorbereitet hatte weiss ich nicht aber um die Mutter nicht unnötig zu beunruhigen hat er sein Smartphone genommen (mit dem er vorher zum Flughafen navigiert ist) und hat sich die Route von seiner Position zum Platz anzeigen lassen. Klar hat das Gerät die Strassen angezeigt aber damit ist er problemlos zurück zum Platz gekommen.
      "Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen." - Douglas Adams
    • Sicher keine Sache, auf die man sich alleine verlassen würde: Aber dein bekannte wusste sich irgendwie zu helfen. Letzlich ist das doch von wesentlicher Bedeutung. Ich erinnere mich an eine "Teambildungsmaßnahme" - niemand interessierte sich dafür und jeder spielte während das Vortrags spielten die meisten mit ihrem Smartphone rum - Facebook, WhatsApp und co.
      Danach wurden gruppen von 6-8 Leuten gebildet. Ich war Beobachter. Es galt eine Liste von Aufgaben (Informationsgewinnung) zu lösen. Niemand, ich wiederhole NIEMAND ist auf die Idee kommen, einfach im Internet nachzuschauen oder telefonisch nachzufragen. War sehr interessant - geradezu grotesk.
    • Ich dachte da auch weniger aN das Gesetz als an die Praxis. Mache ist im Auto auch so. Mittlerweile ist es ein backup navi und keine karte mehr.
      "Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen." - Douglas Adams
    • Das Problem, was du beschreibst kann gerade in kleinen Flugzeugen ohne Autopilot wirklich nervig sein. Vor allem, wenn es auch noch turbulent ist und man eigtl. nur eine Hand frei hat.

      Am besten ist es die Karte vorher so zu falten, dass du nur einmal blättern oder die Karte umdrehen musst und du deine Route drauf hast. Die Karte ganz aufmachen und umfalten usw. wird eher schwierig.

      Wenn du eh in bekanntem Gebiet rumfliegst, dann fliegst du ja meist auch einfach so nach Sicht ohne in die Karte zu schauen.
      Bei komplexeren Dingen haben die meisten heutzutage eigtl. ein iPad mit GPS oder das Flugzeug hat zb ein Garmin GPS oder sowas drin mit Karten.

      Auf jeden Fall muss man sich vor dem Flug Gedanken drüber machen. Viele augenscheinliche Kleinigkeiten können zb in nem Kleinflugzeug ziemlich schnell problematisch werden. Zb. fällt einem der einzige Stift in den Fußraum etc.
      Am Anfang muss man alles solche Dinge mal durchdenken, dass man entsprechend vorher alles vorbereitet hat oder für Redundanzen gesorgt hat.
      Man kann halt nicht mal eben anhalten, wie im Auto.
    • Bei Turburlenzen sind die ICAO-Karten im 1:500 000-Format wahrscheinlich schon schwierig genug abzulesen - selbt wenn die richtig gefaltet sind.
      Ich habe mir jetzt mal gelbes Markierungsband gekauft, um die Streckführung zu bekleben (ohne Karte zu versauen). Das ist so eine Kleinigkeit, die das Ablesen deutlich schneller und einfacher macht.