Ryanair droht Flugbegleitern mit Kündigung

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    • Da ist es natürlich besser, ein Ticket beim deutschen Champion zu kaufen. Alle Mitarbeiter sind fröhlich, ausgeruht und die Work-Life-Balance ist perfekt. Also fast. Hättest du immernoch ein sicheres Gefühl weil du ein teureres Ticket gekauft hättest wenn du wüsstest, dass von der Abteilung der Lufthansa Technik / Regional die aus 16 Mechanikern besteht sich im Winter 02:00 Uhr nachts nur 4 Mechaniker zum Dienst gemeldet haben um 16 Lufthansa Regional Flugzeuge bis 5 Uhr auf den Flug vorzubereiten und kleinere Reparaturen durchzuführen? Wobei durch Urlaub und Krankheit eh nie alle da sind, aber 12 sollten es schon sein. Und alle Maschinen haben den Boden früh verlassen. Ich hatte einen Bekannten der hat da gearbeitet, das Szenario ist ca. 7 Jahre her und mittlerweile arbeitet er woanders. Aber ist das besser als Ryanair, die ihre Crews aufgrund Verzögerungen länger fliegen lassen, damit der Plan eingehalten werden kann? Ich kenne natürlich deine Arbeitssituation nicht, aber ich kann dir sagen dass unsere Kita im Mai 3 Tage später geöffnet hat, weil ein Ryanair Rückflug aufgrund einer 1 sündigen Verspätung von der Crew nicht mehr durchgeführt wurde und 2 Erzieherinnen für die nächsten Tage auf dem Flughafen festsaßen. Dieses führte wiederum zu Problemen bei einem Großteil der 20 Eltern. Auch ein ähnlicher Fall wo es um Sicherheit geht, unser Nachbar Autohaus bietet jetzt über Nacht Reparaturen an. Steigst du mit gutem Gewissen in dein Auto wenn du weißt der Mechaniker begann seinen Dienst 20 Uhr und hat 6 Uhr morgens die Bremsen für dein Auto mit der Lieferung erhalten und baut diese schnell noch ein bevor er müde nach Hause fährt? Es gibt sehr viele Beispiele wo das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Angestellten aus dem Ruder läuft, aber bei Ryanair wird immer der Finger erhoben. Das versteh ich ehrlich gesagt nicht.
      MfG Andreas

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    • nein, das hat nichts mit Ryanair zu tun. Aber wo auf Kostendruck die Sicherheit leidet, sollte das veröffentlicht werden. Egal wo. Auch egal in welcher Branche. Das kann auch im Krankenhaus oder im Pflegebereich sein, wo es zu wenig Personal gibt.

      Wäre die Meldung über Eurowings gekommen, dann wäre das von mir auch so formuliert worden. Das ist dann leider lebensgefährlich, mit einer übermüdeten Crew in 11 Kilometer Höhe unterwegs zu sein. Die Auswirkung von Übermüdung ist mit der Einschränkung von Menschen unter Alkoholkonsum vergleichbar. Also man sollte solche Probleme publik machen und in seine Kaufentscheidung mit einfliessen lassen.
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    • boehnstar schrieb:

      Da ist es natürlich besser, ein Ticket beim deutschen Champion zu kaufen. Alle Mitarbeiter sind fröhlich, ausgeruht und die Work-Life-Balance ist perfekt. Also fast. Hättest du immernoch ein sicheres Gefühl weil du ein teureres Ticket gekauft hättest wenn du wüsstest, dass von der Abteilung der Lufthansa Technik / Regional die aus 16 Mechanikern besteht sich im Winter 02:00 Uhr nachts nur 4 Mechaniker zum Dienst gemeldet haben um 16 Lufthansa Regional Flugzeuge bis 5 Uhr auf den Flug vorzubereiten und kleinere Reparaturen durchzuführen? Wobei durch Urlaub und Krankheit eh nie alle da sind, aber 12 sollten es schon sein. Und alle Maschinen haben den Boden früh verlassen. Ich hatte einen Bekannten der hat da gearbeitet, das Szenario ist ca. 7 Jahre her und mittlerweile arbeitet er woanders. Aber ist das besser als Ryanair, die ihre Crews aufgrund Verzögerungen länger fliegen lassen, damit der Plan eingehalten werden kann? Ich kenne natürlich deine Arbeitssituation nicht, aber ich kann dir sagen dass unsere Kita im Mai 3 Tage später geöffnet hat, weil ein Ryanair Rückflug aufgrund einer 1 sündigen Verspätung von der Crew nicht mehr durchgeführt wurde und 2 Erzieherinnen für die nächsten Tage auf dem Flughafen festsaßen. Dieses führte wiederum zu Problemen bei einem Großteil der 20 Eltern. Auch ein ähnlicher Fall wo es um Sicherheit geht, unser Nachbar Autohaus bietet jetzt über Nacht Reparaturen an. Steigst du mit gutem Gewissen in dein Auto wenn du weißt der Mechaniker begann seinen Dienst 20 Uhr und hat 6 Uhr morgens die Bremsen für dein Auto mit der Lieferung erhalten und baut diese schnell noch ein bevor er müde nach Hause fährt? Es gibt sehr viele Beispiele wo das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Angestellten aus dem Ruder läuft, aber bei Ryanair wird immer der Finger erhoben. Das versteh ich ehrlich gesagt nicht.
      Ist immer nur komisch das man vom "Champion" halt in dieser Beziehung relativ wenig liest.

      Ich will den Konjunktiv jetzt nicht weiter ausbauen, aber wie blöd wäre es wenn die Erzieherinnen - 140 andere Passagiere GAR NICHT MEHR ANKOMMEN, weil der Pilot oder Co-Pilot wegen Übermüdung irgendeinen Fehler gemacht hätten? So ein Flugzeug ist halt immer noch etwas anderes als ein Bus, ein Auto oder ein Schiff. Bus und Auto bleiben nämlich einfach irgendwann mal stehen wenn etwas nicht mehr stimmt. Auf dem Schiff gibt es Rettungswesten und Boote.

      So ein Flugzeug fällt halt einfach vom Himmel und da kann keiner Andocken und die Passagiere vorher rausholen und einen Fallschirm für 140 Leute hats auch nicht.

      Daher wäre das schon "nett" wenn die Maschine ordentlich gewartet ist und von Leuten geflogen wird, die sich dazu in der Lage fühlen. Ist das nicht der Fall, muss es halt ein Back-Up geben... aber sowas kostet ja wieder nur Geld, welches den Profit schmälert. Und außerdem ist ja die Philosophie von RyanAir: Any news, is good news.
    • Hallo Matthew

      Wenn du die Flieger mit Bussen und Schiffen vergleichst ... . Wenn ein Buschauffeur einpennt, ist in vielen Situationen auch schlecht. Da sollte man einiges von den Sicherheitsmassnahmen des Flugverkehrs übernehmen. Damit liesse sich mancher Unfall vermeiden.
      viele Grüsse Martin

      Flugsimulator-PC und Zubehör je nach Budget (Stand: 26.05.2018)
      Flight Simulator X - richtig einstellen und verstehen (Stand: 10.10.2017)

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    • Der Bus klebt halt 3 sec später an einem LKW und im Flieger sitzt ein Flusant der macht das bisschen.
      Die Protagonisten in den Management Etagen lesen hier mit, und deshalb gehen sie das "Risiko' ein

      Unausgeschlafene Flugbegleiter ist viel schlimmer; schon Mal einen heiss en Tee im Schritt gehabt?
      Deshalb haben die die Anweisung, wenn müde Temperatur. in der Kombüse runterdrehen. Piloten nehmen Fallschirme mit, wenn sie müde sind oder die Wartung verkürzt wurde.
      Gruß
      Bernd

      Einzig wirklich gerecht verteilt auf der Erde ist der Verstand. Jeder glaubt genug davon bekommen zu haben. (n. J. Tati)
    • da steht aber nur die Hälfte drin.

      Die waren 12 stunden unterwegs, und sollten dann nochn Rückflug machen so das die aus 15 kämen.
      Das wollten die nicht. Die sind dann 2:30 in nen hotel rein, und 5:30 wieder raus und nach Irland (auf eigene kosten).
      Dort wurden alle verhört und 4 wurden gefeuert.

      live from the flightdeck hat auf Facebook das Originale Statement vom Captain gepostet.

      Sowas geht gar nicht.
    • Erstaunlich, dass die noch nicht ganz auf Selbstbedienung umgestellt haben. Seine Getränke kann doch jeder selbst mitnehmen und die besten 2 Sitze vorne in Flieger könnte man an den meistbietenden Flusipiloten verkaufen. Bei entsprechenden Aufpreis gibt's auch einen Instruktor dazu. 8o
      viele Grüsse Martin

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    • Martin Gut schrieb:

      Sitze vorne in Flieger könnte man an den meistbietenden Flusipiloten verkaufen
      selbst die Passagiere von Ryanair würden ins grübeln kommen, wenn Bernd (Wolkenschieber) die Passagiere begrüßt und sagt: "Macht euch keine Sorgen, als erfahrener Flusipilot bringe ich das Ding immer runter". :)
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lothar.S ()

    • Habt euch doch nicht so - wenn ihr morgens um 5 einen Autounfall habt, ist der Typ, der euch mit Blaulicht und Martinhorn durch die Stadt rast, mindestens seit 18 Uhr des Vortages im Dienst und die Chancen sind gerade innerstädtisch sehr gut, dass er noch keine Minute "geruht" hat ("Schlafen" kann man auf einer Rettungswache eh nicht). Das Ganze übrigens für einen Lohn, der gerade zum Überleben reicht. In der Klinik wird das dann natürlich besser, der Arzt, der in der Notaufnahme an euch herumschnibbelt und über Leben und Tod entscheidet, ist dank Bereitschaftszeiten vielleicht erst seit 24 Stunden im Dienst... :gutenmorgen:
      „Das muss eine glatte Lage gemacht werden!"
    • CAT3Dual schrieb:

      Habt euch doch nicht so - wenn ihr morgens um 5 einen Autounfall habt, ist der Typ, der euch mit Blaulicht und Martinhorn durch die Stadt rast, mindestens seit 18 Uhr des Vortages im Dienst und die Chancen sind gerade innerstädtisch sehr gut, dass er noch keine Minute "geruht" hat ("Schlafen" kann man auf einer Rettungswache eh nicht). Das Ganze übrigens für einen Lohn, der gerade zum Überleben reicht. In der Klinik wird das dann natürlich besser, der Arzt, der in der Notaufnahme an euch herumschnibbelt und über Leben und Tod entscheidet, ist dank Bereitschaftszeiten vielleicht erst seit 24 Stunden im Dienst...
      Und das ist ein Grund dafuer, dass wir a) unsere Signature unter das Fitness for Duty Statement schreiben sollen, wenn wir uns nicht fit fuehlen und b) fliegen auch wenn das ggf. gegen Regulations verstossen wuerde?

      Nix von Colgan Air und co. gelernt oder was?

      Dann muss halt auch bei Paramedics und Aerzten aus Fehlern gelernt werden, dann aendert sich vielleicht auch was. Ansonsten hat das eine mit dem anderen ueberhaupt nichts zu tun.

      Und uebrigens, ein FA hat aehnlich viel Verantwortung wie wir. Die machen tatsaechlich mehr als nur Getraenke servieren. Spaetestens bei ner Evac wirst du das dann sehen.

      boehnstar schrieb:

      Auch ein ähnlicher Fall wo es um Sicherheit geht, unser Nachbar Autohaus bietet jetzt über Nacht Reparaturen an. Steigst du mit gutem Gewissen in dein Auto wenn du weißt der Mechaniker begann seinen Dienst 20 Uhr und hat 6 Uhr morgens die Bremsen für dein Auto mit der Lieferung erhalten und baut diese schnell noch ein bevor er müde nach Hause fährt? Es gibt sehr viele Beispiele wo das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Angestellten aus dem Ruder läuft, aber bei Ryanair wird immer der Finger erhoben. Das versteh ich ehrlich gesagt nicht.
      Gehoert eigentlich auch mit zu dem was ich oben gesagt habe. Es muss aus Fehlern gelernt werden. Ueberall. Man kann nicht etwas gutheissen nur weil es woanders "ja auch so gemacht" wird.

      Ausserdem ist MX zumindest in so fern anders, als dass man sich fuer den Einbau von Bremsen Zeit lassen kann. In der Luft musst du aber ggf. auf unvorhergesehene Situationen richtig reagieren. Da darfst du z.B. bei einem Stall nicht wie wild ziehen. Aber wenn du runter faellst, ziehst du als Mensch halt. Das ist was ein Mensch intuitiv macht. Wir koennen das durch intensives Training natuerlich aendern und das wird auch gemacht. Aber bei Fatigue kann es passieren, dass ein Mensch eben doch macht, was er instinktiv machen moechte, egal wie gut das Training ist. Wenn dann noch Luecken im Training irgendwo sind, wirds ziemlich gefaehrlich. Ganz so extrem ist der Austausch von Bremsen dann vielleicht doch nicht. Menschen die in unvorhergesehenen Extremsituationen ihr Training abrufen sollen, duerfen nicht halb schlafen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von smub04 ()

    • Natürlich hat das was miteinander zu tun: es zeigt, dass du in vielen, teilweise lebensgefährlichen Branchen (der Blumenladen fällt da nicht drunter, Fliegerei und Medizin schon) absolut beschissene Arbeitsbedingungen hast und sich die meisten "Kunden" einen Dreck drum scheren. Hauptsache billig...
      „Das muss eine glatte Lage gemacht werden!"
    • CAT3Dual schrieb:

      Natürlich hat das was miteinander zu tun: es zeigt, dass du in vielen, teilweise lebensgefährlichen Branchen (der Blumenladen fällt da nicht drunter, Fliegerei und Medizin schon) absolut beschissene Arbeitsbedingungen hast und sich die meisten "Kunden" einen Dreck drum scheren. Hauptsache billig...
      daher sind ja auch Gewerkschaften sinnvoll. Bei Lufthansa würde die doch bei solchen Verhältnissen zurecht in den Dauerstreik treten.

      smub04 schrieb:

      Und das ist ein Grund dafuer, dass wir a) unsere Signature unter das Fitness for Duty Statement schreiben sollen, wenn wir uns nicht fit fuehlen und b) fliegen auch wenn das ggf. gegen Regulations verstossen wuerde?

      Nix von Colgan Air und co. gelernt oder was?
      das sollte man diesem Ir(r)en O´Leary mal genauer erklären. Ist der so geldgeil oder so dumm die Sicherheit der Belegschaft und Passagiere aufs Spiel zu setzten?
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    • Man kann auch guenstige Fluege anbieten ohne die Sicherheit zu beeintraechtigen. Man muss halt gucken wo man spart. Wenn du halt im Flieger dein 5 course meal nicht bekommst ist das ja nicht sicherheitsrelevant (ausser vielleicht, dass hangry und unruly nah beieinander liegen koennen). Bei MX und Safety sollte man halt nicht sparen.

      Ich wundere mich nur, dass man gefeuert werden kann wenn man ablehnt gegen sowas wie 14 CFR Part 117 (oder equivalent) zu verstossen. Bin sicher, das man dagegen angehen kann.
    • Mal einige Fragen zum Arbeitsrecht entkoppelt von Ryanair und Co. Was zählt denn beim Piloten als Arbeitszeit und was nicht? Und was zählt bei der Crew hinten zur Arbeitszeit?
      Wie sieht das mit der Planung dieses Tages speziell aus? Wie lange hätte die Crew gearbeitet wenn alles glatt gegangen wäre? Ist es überhaupt möglich, bei der Verstrickung der Flugpläne das immer so zu planen, dass Piloten nach x- Stunden zurück am Ziel sind? Damit meine ich jetzt die innereuropäischen Flüge.
      Ich denkee, ich hab jetzt schon einiges an Berufserfahrung, weiß wie und was andere Arbeiten und hab auch so schon einiges erlebt. Die einzelnen Tätigkeiten aller Berufsstände kann man selten miteinander vergleichen, die Belastung auf Körper und Geist vielleicht schon. Jeder Beruf verlangt andere Fähigkeiten. Ein Pilot muss sicherlich spezielle Fähigkeiten besitzen, das ist allen klar. Dazu gehört sicher auch ein gesunder Lebensstil, eine gewisse Fitness. Und wenn der Pilot weiß, dass er einen anstrengenden Tag vor sich hat sollte er dementsprechend ausgeruht 13 Uhr zum Dienst erscheinen. Dann gehe ich davon aus das wenn er etwas Erfahrung hat und seinen Beruf gerne macht, er durchaus in der Lage ist, den Beruf auch mal für 15 Stunden am Tag durchzuführen. Das sollte natürlich kein Dauerzustand sein. Ich meine dass nicht herabwertend oder böse, sondern eher darauf bezogen dass ein menschlicher Körper auf extreme Situationen trainierter ist. Das meinte ich mit Erfahrung und Spaß am Beruf. Die Piloten im verlinkten Fall waren scheinbar sehr wohl dazu in der Lage, wären sie ja auch leer zurück geflogen. Dass lässt auf eine gewisse Loyalität zum Arbeitgeber schließen, da sie sich der Folgen bewusst waren, wie Kosten des Flugausfalles, Flugzeug am nächsten Tag an falschen Flughafen was wieder Verspätung nach sich zieht etc. Jetzt stellt sich mir die Frage, warum das die Flugbegleiter nicht konnten. Und zwar scheinbar alle 4. Da ist scheinbar die Loyalität zum Arbeitgeber nicht bis kaum vorhanden. Ist man sich der Arbeit nicht bewusst wenn man anfängt? Gab es eine Vorgeschichte wie zu lange Arbeitszeiten über einen längeren Zeitraum? Gab es Streit mit dem Vorgesetzten? War man nicht ausreichend auf den Arbeitstag vorbereitet gewesen? (Zu lange gefeiert z.B.) Hat man selbst nach 12 Stunden nicht die Kraft und den Willen, wieder zum Heimatflughafen zurück zu kehren, selbst wenn man um die Folgen weiß? @smub04 du hast etwas von der Bedeutung der Flugbegleiter geschrieben, könntest du das etwas ausführlicher beschreiben? Hab gerade gelesen bei Condor dauert die Ausbildung zum Flugbegleiter 8-9 Wochen, da ertappe ich mich doch bei dem Gedanken: naja, so aufwendig kann das als Flugbegleiter ja nicht sein und wenn ich an meine 2 Stunden Flüge nach Malle denke, 2 bis 3x durch die Gänge gehen, da muss eine Krankenschwester sicher mehr flitzen. Und auch die müssen manchmal Doppelschichten schieben.

      Wie schon geschrieben, ich möchte hier keinen schlecht da stehen lassen, sondern sehe nur dass in allen Teilen der Gesellschaft der Leistungsdruck zunimmt und vergleiche deshalb.
      MfG Andreas

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    • boehnstar schrieb:

      Was zählt denn beim Piloten als Arbeitszeit und was nicht? Und was zählt bei der Crew hinten zur Arbeitszeit?
      Wie sieht das mit der Planung dieses Tages speziell aus? Wie lange hätte die Crew gearbeitet wenn alles glatt gegangen wäre? Ist es überhaupt möglich, bei der Verstrickung der Flugpläne das immer so zu planen, dass Piloten nach x- Stunden zurück am Ziel sind? Damit meine ich jetzt die innereuropäischen Flüge.
      Ich schreibe dir dazu mal eine PM.

      boehnstar schrieb:

      Dann gehe ich davon aus das wenn er etwas Erfahrung hat und seinen Beruf gerne macht, er durchaus in der Lage ist, den Beruf auch mal für 15 Stunden am Tag durchzuführen.
      Das sehe ich anders. Auch dazu schreibe ich dir noch was in der PM. Generell aber gilt das, was oben schon steht. Es gibt einen Punkt, und da kannst du so fit sein wie du moechtest, an dem du Dinge tust, die gegen dein Training und deinen Verstand gehen, weil du auf menschliche Instinkte zurueck greifst. Wie ist es moeglich, dass Leute die Flaps statt das Landing Gear einfahren? Weil das Muscle Memory ist und wenn man dann das falsche "abruft" weil zu Muede, dann passiert sowas. Wie gesagt, vielleicht auch mal das hier (Colgan Air) anschauen, ist ganz interessant (der Titel ist falsch, das ist nicht sone Folge die es bei Nat Geo gibt):


      boehnstar schrieb:

      Dass lässt auf eine gewisse Loyalität zum Arbeitgeber schließen, da sie sich der Folgen bewusst waren, wie Kosten des Flugausfalles, Flugzeug am nächsten Tag an falschen Flughafen was wieder Verspätung nach sich zieht etc.
      Und sie waren sich auch weiterer Folgen bewusst. Die koennen ihren Job naemlich auch verlieren.

      boehnstar schrieb:

      du hast etwas von der Bedeutung der Flugbegleiter geschrieben, könntest du das etwas ausführlicher beschreiben?
      Naja, neben dem Getraenke servieren gehoert es zu den Aufgaben der FAs die Passagiere zu briefen (Safety Briefing), darauf zu achten, dass alle entsprechend angeschnallt sind, mit unruly Passengers umzugehen, Situationen zu entspannen, vor einer ausserplanmaessigen Landung die Passagiere zu informieren, zu briefen, vorzubereiten, etc, die Evac zu beaufsichtigen ggf. in Absprache mit dem Cockpit, bei uns muessen sie fuer eine gleichmaessige Sitzverteilung sorgen, damit der CG halbwegs stimmt bei open Seating. Natuerlich ist deren Ausbildung nicht mit der eines Piloten zu vergleichen, das macht deren Job aber nicht weniger wichtig und sicherheitsrelevant. Ich muss mich darauf verlassen, dass die FAs ein Auge auf die Sitzverteilung haben. Ich muss mich drauf verlassen, dass das Safety Briefing komplett und verstaendlich ist, weil nach den Regulations habe eigentlich ICH dafuer zu sorgen, dass die Passagiere gebrieft werden, und so weiter.
    • Ryanair fällt doch immer negativ auf. Wie vor einiger Zeit Notlandungen in Spanien, weil die alle zu wenig Sprit an Board hatten.
      Oder vor kurzem, dass die gegen das Nachflugverbot verstoßen:

      Das System des Dumpingfliegers beruhe auf einem auf Kante genähten Flugplan

      Und dann kann man halt die Dienstpläne nicht mehr einhalten und der Tag wird immer länger. Zum Glück gibt es in bestimmten Berufen Gesetze, auf die sich die Belegschaft dann berufen kann. Daher Hut ab vor den Flugbegleitern, die sich versucht haben zu wehren.

      Als Beispiel wurde Condor genannt (Schulung der Flugbegleiter). Die Piloten stehen oft um 3 Uhr Morgens auf. Der erste Flieger geht dann zwischen 5 - 6 Uhr los. Wenn man dann noch 15 Stunden
      im Flieger sitzt...

      boehnstar schrieb:

      da muss eine Krankenschwester sicher mehr flitzen. Und auch die müssen manchmal Doppelschichten schieben
      das stimmt ja leider auch. Deshalb will ja auch keiner mehr Krankenschwester oder Krankenpfleger werden. Extremer Personalmangel mittlerweile. Und jetzt jammern alle!
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    • boehnstar schrieb:

      Da ist es natürlich besser, ein Ticket beim deutschen Champion zu kaufen. Alle Mitarbeiter sind fröhlich, ausgeruht und die Work-Life-Balance ist perfekt. Also fast. Hättest du immernoch ein sicheres Gefühl weil du ein teureres Ticket gekauft hättest wenn du wüsstest, dass von der Abteilung der Lufthansa Technik / Regional die aus 16 Mechanikern besteht sich im Winter 02:00 Uhr nachts nur 4 Mechaniker zum Dienst gemeldet haben um 16 Lufthansa Regional Flugzeuge bis 5 Uhr auf den Flug vorzubereiten und kleinere Reparaturen durchzuführen? Wobei durch Urlaub und Krankheit eh nie alle da sind, aber 12 sollten es schon sein. Und alle Maschinen haben den Boden früh verlassen. Ich hatte einen Bekannten der hat da gearbeitet, das Szenario ist ca. 7 Jahre her und mittlerweile arbeitet er woanders. Aber ist das besser als Ryanair, die ihre Crews aufgrund Verzögerungen länger fliegen lassen, damit der Plan eingehalten werden kann? Ich kenne natürlich deine Arbeitssituation nicht, aber ich kann dir sagen dass unsere Kita im Mai 3 Tage später geöffnet hat, weil ein Ryanair Rückflug aufgrund einer 1 sündigen Verspätung von der Crew nicht mehr durchgeführt wurde und 2 Erzieherinnen für die nächsten Tage auf dem Flughafen festsaßen. Dieses führte wiederum zu Problemen bei einem Großteil der 20 Eltern. Auch ein ähnlicher Fall wo es um Sicherheit geht, unser Nachbar Autohaus bietet jetzt über Nacht Reparaturen an. Steigst du mit gutem Gewissen in dein Auto wenn du weißt der Mechaniker begann seinen Dienst 20 Uhr und hat 6 Uhr morgens die Bremsen für dein Auto mit der Lieferung erhalten und baut diese schnell noch ein bevor er müde nach Hause fährt? Es gibt sehr viele Beispiele wo das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Angestellten aus dem Ruder läuft, aber bei Ryanair wird immer der Finger erhoben. Das versteh ich ehrlich gesagt nicht.
      Der "deutsche Champion" ist gaaaanz weit hinten, was Arbeitsbedingungen angeht.

      Allein einem bestimmten Shop in FRA ist die Fluktuation auffallend hoch. Bezahlung, ganz mies dazu in der gesamten Technik, besonders halt die "Neu-Verträge".
      Dazu kommen in allen Bereichen massenweise Leiharbeiter. Personen mit "Kundenkontakt" (auch Technik) bekommen einen gelben Ausweis, damit es so aussieht als wären sie LH Mitarbeiter. Im Kleingedruckten steht dann drauf "Service-Dienstleister". Bezahlung ist dann nochmal mieser.

      nein, das ist nicht überall so, MINDESTENS eine ausländische Airline in FRA bezahlt deutlich über Durchschnitt und hat gute Bedingungen und haben diverse Sonderzahlungen für alle Mitarbeiter.
      LH spart gern auf dem Rücken der Mitarbeiter, zunehmend auch auf Kosten der Sicherheit (man hört doch immer wieder was von Technik...), von kleinen Sachen wie Flugzeugwäsche mal ganz abgesehen. Wenn man sich die Flieger anguckt, das gabs früher nicht.

      Der Eurowings-Ableger ist ja noch perverser. Die GUTEN Zeiten von LH sind lang vorbei.

      Aus Pax Sicht muss man aber zugeben, die Kabinencrews sind professionell freundlich und halten die Fahne hoch